Datum : 18.11.2025

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Hydraulikschlauch wechseln: Anleitung, Wechselintervalle, Inspektion

Jede Schlauchleitung hat früher oder später einmal ausgedient. Erfahren Sie hier, wie Sie einen Hydraulikschlauch wechseln, wann ein Wechsel fällig wird und wie Sie die Verwendungsdauer des Schlauchs maximieren.

1. Wann muss ein Hydraulikschlauchleitung gewechselt werden?

Der offensichtlichste Fall tritt ein, wenn an einer Leitung der Hydraulikschlauch undicht ist. Wenn es bereits tropft und leckt, ist ein Wechsel nicht mehr aufzuschieben. Allerdings sollten Sie es gar nicht so weit kommen lassen und Ihre Schlauchleitungen regelmäßig prüfen. Die Schlauchleitung sollte sofort gewechselt werden, wenn:

  • die Oberdecke des Schlauchs Scheuerstellen oder Risse aufweist
  • der Schlauch stark geknickt ist
  • die Schlauchdecke spröde und brüchig wird
  • die Schlaucharmaturen beschädigt sind
  • sich die Verbindung von Schlauch und Fassung löst
  • die empfohlene Verwendungsdauer überschritten wurde

2. Hydraulikschlauch selbst wechseln: Schritt-für-Schritt Anleitung

Schritt 1: Schalten Sie die Maschine ab, machen Sie das System drucklos, und sichern Sie die Maschine gegen Wiederinbetriebnahme während des Wechsels ab. Druckspeicher müssen unbedingt von der Steuerung abgekoppelt und entlastet werden. Stellen Sie sicher, dass kein Bereich der Anlage mehr unter Druck steht, bevor Sie fortfahren.

Schritt 2: Stellen Sie einen Auffangbehälter für austretendes Öl unter die Schlauchleitung.

Schritt 3: Reinigen Sie die Anschlussstellen sorgfältig. Überspringen Sie diesen Schritt keinesfalls, da sonst beim Wechsel der Schlauchleitung Schmutz in das Hydrauliksystem eindringen kann.

Schritt 4: Nehmen Sie die Schlauchleitung ab. Das geht in der Regel mit einem einfachen Schraubenschlüssel.

Schritt 5:  Verschließen Sie sofort die Anschlussstellen, um sicherzustellen, dass kein schädlicher Schmutz in das System gelangen kann. Dazu eignen sich beispielsweise Servicestopfen oder Verschlussschrauben in der passenden Größe.

Schritt 6: Bauen Sie die neue Schlauchleitung ein. Ziehen Sie die Verschraubungen mit einem Drehmomentschlüssel an, um das Anschlussgewinde nicht zu beschädigen.

Um Ihnen die Suche nach dem richtigen Drehmoment zu erleichtern, haben wir eine Übersicht mit Anzugsdrehmomenten für alle gängigen Verschraubungssysteme erstellt.

Schritt 7: Füllen Sie entwichene Ölmengen wieder auf und entlüften Sie das System nach Herstellerangaben.

Schritt 8: Führen Sie eine vollständige Funktionsprüfung der Hydraulikanlage durch. Nutzen Sie dabei nicht den vollen Betriebsdruck, schirmen Sie Gefahrenbereiche ab und halten Sie ausreichend Sicherheitsabstand ein.

3. Wechselintervalle von Hydraulikschläuchen: gesetzliche Vorschriften

Hydraulische Anwendungen arbeiten mit hohem Druck. Um Sicherheitsrisiken für Mensch und Umwelt zu vermeiden, ist es wichtig, die Anlagen zuverlässig zu überwachen. Das ist nicht nur eine Handlungsempfehlung, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) bildet hierfür die rechtliche Grundlage, denn sie konkretisiert die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG). Die BetrSichV schreibt die regelmäßige Prüfung von Arbeitsmitteln und eine lückenlose Dokumentation dieser Prüfungen vor. Diese doch recht vage Vorgabe wird in der DGUV-Regel 113-020 speziell für Hydraulikschlauchleitungen spezifiziert. Neben Hinweisen zum Ein- und Ausbau, ist dort zum Beispiel auch die Verwendungsdauer von Hydraulikschläuchen festgelegt.

Man muss hier unterscheiden zwischen der Schlauchware und der fertig konfektionierten Schlauchleitung. Ein Hydraulikschlauch hat eine Verwendungsdauer von maximal 10 Jahren. Maximal vier von diesen zehn Jahren darf die Schlauchware nach ihrer Fertigung gelagert werden, bevor sie zur Schlauchleitung weiterverarbeitet wird. Maximal 6 Jahre darf die fertige Schlauchleitung dann genutzt werden, inklusive einer maximalen Lagerdauer von zwei Jahren.

Abb. 1: Verwendungsdauer empfohlen nach DIN 20066:2012-01

Es genügt ein kurzer Blick, um das Alter eines Hydraulikschlauches zu bestimmen (=das Alter der Schlauchware). Das Herstelldatum ist in der Regel auf der Oberfläche aufgedruckt. Das Herstellungsdatum einer fertigen Schlauchleitung finden Sie in der Regel auf einer der Fassungen eingeprägt.

4. Tipps für eine längere Lebensdauer

Theoretisch ist der Wechsel einer Schlauchleitung nach max. sechs Jahren vorgeschrieben, in der Praxis ist er jedoch oft früher fällig. Man kann allerdings einiges tun, um die Haltbarkeit der Schläuche zu maximieren.

  • Lagern Sie die Schläuche trocken (relative Luftfeuchtigkeit unter 65%) und kühl (unter 20°C)
  • Schützen Sie die Schläuche vor Sonnen- und UV-Strahlung
  • Sowohl die Schlauchware als auch die fertig verbauten Schlauchleitungen sollten nicht dauerhaft unter Spannung gesetzt werden
  • Unterschreiten Sie dementsprechend beim Einbau einer Schlauchleitung nicht den empfohlenen Biegeradius
  • Überschreiten Sie nicht die Betriebstemperatur – wählen Sie also ein Medium, dessen Betriebstemperatur nicht über dem idealen Temperaturbereich der Schlauchleitung liegt

 

Literaturhinweis:

DGUV – DGUV Regel 113-020: Hydraulik-Schlauchleitungen und Hydraulik-Flüssigkeiten – Regeln für den sicheren Einsatz, 2017.

Bildnachweis:

Für alle Bilder gilt ©Schmitter Hydraulik

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